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Unbekanntes Genie

Kennen Sie Friedrich Geiger?

Friedrich Geiger
Friedrich Geiger

Vermutlich nicht, denn er ist nur selten erwähnt worden , und noch seltener ist er in Erscheinung getreten. Friedrich Geiger war ein zurückhaltender und bescheidener Mann.
Die Geschichte beginnt nach seiner Schulzeit. Der damals noch blutjunge Geiger trat eine Lehre als Stellmacher an,  absolvierte die Meisterprüfung und studierte anschließend Fahrzeugbau. Unmittelbar danach, man schrieb das Jahr 1933, wurde er von der Daimler-Benz AG in Stuttgart eingestellt.
Im Sonderwagenbau Werk Sindelfingen entwickelte er u.a. das Design für die Modelle 500K/540K (W29) die bis heute als die schönsten Modelle der 30er Jahre internationale Anerkennung finden, sowie die sogenannten "Großen Mercedes" Typ 770.

540 K Spezial Roadster
540 K Spezial Roadster

Nach dem Krieg verließ Friedrich Geiger das Unternehmen, um nach kurzer Zeit "zum Daimler" zurückzukehren. Zum Chefdesigner befördert gelang ihm dann wenig später der ganz große Wurf : Er zeichnete verantwortlich für einen der meistbewunderten Automobil-Klassiker aller Zeiten, den legendären Mercedes 300 SL Flügeltürer (W198).

300 SL Flügeltürer
300 SL Flügeltürer

Doch das war erst der Anfang :
Es folgte der nicht weniger faszinierende 300 SL Roadster. Kurz darauf erblickte der 190 SL (W 121) das Licht der Welt um besonders in den USA für Furore zu sorgen. Weiter ging es mit dem Coupé/Cabriolet der Baureihe W111, heute vielbestaunte zeitlose Schönheiten. Genauso gut verstand er sich auf repräsentative Fahrzeuge:  Ja, auch der Mercedes 600 (W100) ist sein Werk. Nicht zu vergessen : Der heute unter Klassiker-Freunden mit Recht so beliebte "Pagoden-SL" (W113) - auch sein Entwurf.

280 SL "Pagode"
280 SL "Pagode"

Ferner die Limousinen mit den berühmten Heckflossen, sowie deren Nachfolger, die Limousinen der Baureihen W108/109. Sie werden heute als Urväter der Mercedes S-Klasse angesehen. Der in den 60er Jahren für seine Solidität geschätzte "Strich-Acht" (W115) u.s.w. - hier ließen sich noch einige bemerkenswerte Modelle anführen....

Friedrich Geiger bestimmte über 40 Jahre die Formensprache und somit das Erscheinungsbild von Mercedes-Benz. Seine Entwürfe sind genau die Modelle, die das unverwechselbare Design der Marke Mercedes begründete. Als er Ende 1973 in den Ruhestand ging, waren seine letzten Kreationen noch brandaktuell:  Die damalige Mercedes S-Klasse der Baureihe W116 und das fortschrittliche Mittelklassemodell W123, das in den 70er Jahren einen bis dato bei Mercedes nicht gekannten Käuferansturm auslöste. Nicht zu vergessen der SL der Baureihe R107. Letzterer war ein echter Dauerläufer, und sollte erst nach 19 Jahren Produktionszeit einen Nachfolger bekommen.

Übrigens : Auch Friedrich Geiger hatte ein Lieblingsauto. Lange Jahre fuhr er ein Coupé der Baureihe W114, besser bekannt unter der Bezeichnung "Strich-Acht", das kantig-gerade gezeichneten Vorgängermodell der "123er".
Ein eher bescheidenes Auto für einen Mann, der unschätzbare Qualitäten hatte, und Unschätzbares für die Daimler-Benz AG geleistet hat.

280 E Coupé "Strich-Acht"
280 E Coupé "Strich-Acht"

So war er eben : Genial und bescheiden.

Bis heute reicht Friedrich Geigers Einfluss auf das Design der Marke Mercedes. Aktuell stehen die Neuauflagen der beiden genialen 300SL aus den 50ern in unseren Verkaufsräumen. Die Modelle AMG SLS Flügeltürer und Roadster zeigen fast 60 Jahre später ebenso deutliche wie gewollte Reminiszenzen zu ihren brillanten Vorgängern. So etwas funktioniert nur mit absolut zeitlosen Entwürfen und setzt seinen Schöpfer in die Reihe der ganz großen Designer wie beispielsweise Raymond Loewy, Eileen Grey oder Le Corbusier.

Friedrich Geiger starb am 13. Juni 1996 im Alter von 88 Jahren.

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