Classic Center Hannover –
Aktuell bei Mercedes-Benz

Aktuelles im Classic Center Hannover

Nomen est omen

Namen sind Schall und Rauch, sagt der Volksmund. Nicht bei Autos!
Gerade bei ihnen tragen Beinamen oft zur Legendenbildung bei.

Was haben ein 300 SL, ein 300 d und ein 220 SE von Mercedes-Benz gemeinsam? Sie haben zu ihrer Modellbezeichnung einen Beinamen bekommen. Obwohl inoffiziell und nie in Chromlettern auf den Fahrzeugen zu finden, sind die Begriffe „Flügeltürer“, „Adenauer“ und „Heckflosse“ untrennbar mit diesen Autos verbunden. Ausgefallene Merkmale, besondere Ereignisse oder berühmte Persönlichkeiten sind Auslöser der oft kreativen Bezeichnungen.

Der Flügeltürer trägt den Titel „Klassiker des 20. Jahrhunderts“.

Das berühmteste der drei Beispiele ist der „Flügeltürer“. In den USA hört der Bolide noch treffender auf „Gullwing“. Die deutsche Übersetzung „Möwenschwinge“ erschließt sich sofort, wenn man das Auto von vorn mit geöffneten Türen anschaut. Dies war keine Designer-Laune, sondern eine konstruktiv bedingte Lösung findiger Konstrukteure. Denn beim „Flügel“ – wie er auch genannt wird – handelt es sich um eine reinrassige Rennwagen-Konstruktion. Sein gewichtssparender und dennoch äußerst stabiler Gitterrohrrahmen schränkte jedoch den Einstieg so sehr ein, dass man für die Türöffnung auf die Dachpartie ausweichen musste. Eigentlich eine Notlösung – aber was für eine! Von 1954 bis 1957 entstanden gerade einmal 1.400 Exemplare. Sie begründete einen Mythos, der nach 60 Jahren so präsent ist wie nie zuvor. Heute tragen die behüteten Millionenobjekte noch einen einzigartigen Titel: Der 300 SL ist der „Klassiker des 20. Jahrhunderts“.

300 SL "Flügeltürer"
300 d "Adenauer"
220 SE „Heckflosse“
CHARAKTERTYPEN: Der 300 SL „Flügeltürer“, der 300 d „Adenauer“ und der 220 SE „Heckflosse“ von Mercedes-Benz (von oben). Ihre charakteristischen Beinamen sind Teil der Legenden, die diese Klassiker umranken.


Die Geschichte mit Adenauers Hut

Wie entscheidend der Einstieg in ein Auto ist, bewies auch Bundeskanzler Konrad Adenauer. Was eignete sich besser als angemessener Dienstwagen für einen Regierungschef im aufstrebenden Nachkriegs-Deutschland als ein schwarzer Mercedes 300? Schließlich war der „300er“ selbst ein Symbol des Wirtschaftsaufschwungs und erste Wahl in den Chefetagen deutscher Industriebetriebe. Bemühungen eines Mitbewerbers, den Kanzler von seinem angestammten Dienstwagen abzubringen, scheiterten an einem simplen Ereignis: Beim Einsteigen stieß Adenauer mit seinem Hut an die obere Türkante – der Hut fiel zu Boden. Fortan weigerte sich „der Alte“, wie der erste Kanzler der Bundesrepublik respektvoll genannt wurde, in einen anderen Wagen als in „seinen“ 300er Mercedes einzusteigen. So war der Beiname der großen Limousine geboren und verewigte Konrad Adenauer neben seinen politischen Erfolgen auch in der deutschen Automobilgeschichte.

Peilstege als Einparkhilfe

Beim Begriff „Heckflosse“ denkt man zunächst an die amerikanischen Straßenkreuzer der 1960er-Jahre. Deren Heckflossen erreichten imponierende Dimensionen und waren eher eine Modeerscheinung. Die Konstrukteure bei Mercedes dachten nicht daran, ihre Entwürfe mit funktionslosen Styling-Gags auszustatten. Sie überlegten, wie man das Einparken erleichtern könnte: Eine horizontal verlaufende Karosseriekante von der C-Säule bis an das Heck war die Lösung. Diese sogenannten Peilstege ließen das Fahrzeugende vom Fahrerplatz aus erkennen, quasi die Parktronic der damaligen Zeit. Die Spitzen links und rechts auf den Kotflügeln wurden vom Volksmund umgehend als „Heckflossen“ bezeichnet und als Antwort auf amerikanisches Fahrzeugdesign gesehen. Auch wenn ihre eigentliche Funktion dabei ins Hintertreffen geriet, sind sie bis heute die prägenden Stilelemente und Namensgeber dieser Baureihe geblieben.

"Kleine Flosse"
HECKFLOSSE: Die Modelle der „kleinen Flosse“ und der mit Sechszylindermotoren ausgestatteten „großen Flosse“ finden längst ihre Liebhaber, die sich für diese klassische Limousine begeistern.


Das Classic Center der Mercedes-Benz Niederlassung Hannover bietet perfekt restaurierte Klassiker.
Ansprechpartner: Joachim Schultz
Leiter Verkauf Klassische Automobile
Telefon: 0511 5465-108 | E-Mail: joachim.schultz@daimler.com

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