Classic Center Hannover –
Aktuell bei Mercedes-Benz

Aktuelles im Classic Center Hannover

Im SL einmal zum Mond und zurück

Wilhelm Fehling und sein SL

25 Jahre und mehr als 750.000 Kilometer verbinden Friedrich Wilhelm Fehling und seinen Mercedes-Benz 500 SL. Ein Blick  auf eine außergewöhnliche Auto-Beziehung.

An den 30. Juli 1991 erinnert sich Friedrich Wilhelm Fehling noch ganz genau. Er nahm stolz seinen neuen Mercedes-Benz 500 SL in der Niederlassung Hannover entgegen. „Ich habe damals genau die richtige Entscheidung getroffen“, sagt Fehling. „Mein absolutes Traumauto, einfach wunderbar.“ Er war sich beim Kauf schon sicher, dass dieser SL das Potenzial zum Oldtimer besaß. Und richtig. Der von 1989 bis 2001 gebaute SL der Baureihe R 129 hat es als Youngtimer längst in die Reihe der begehrten Mercedes Sportwagen geschafft. Doch das ist nicht der einzige Grund für ein Treffen im  Classic Center Hannover.

Friedrich Wilhelm Fehling und Joachim Schultz, Leiter Verkauf Klassische Automobile in der Niederlassung Hannover, schwelgen als gute alte Bekannte in Erinnerungen. Schultz hat dem Besitzer des bekannten Modehauses aus Burgdorf damals den Neuwagen verkauft. Was  gar nicht so einfach war. Denn dieser neue SL stieß 1990 bei den Autoliebhabern auf extrem positive Resonanz. Designer Bruno Sacco hatte ein Meisterwerk geschaffen, das mit zahlreichen technischen Innovationen auch Maßstäbe bei Fahrleistungen und Sicherheit setzte. Schultz kann aus dieser Zeit viele Anekdoten erzählen. „Wir feierten im Dezember 1989 die Präsentation und hatten zu diesem Zeitpunkt bereits so viele Bestellungen vorliegen, dass das Modell mit einer Lieferzeit von fünf Jahren in den Markt startete. Die Fertigung im Werk Bremen gab alles. Dennoch reichte die Kapazität nicht, um alle Kundenwünsche zeitnah zu erfüllen. Hin und wieder mit viel Glück und Beziehungen gab es eine Extraposition aus Bremen schneller.“

So musste auch Friedrich Wilhelm Fehling nicht ganz so lange warten. Der Mercedes Fan hatte vorher schon eine S-Klasse gefahren und wollte von seinem SLC Coupé auf den neuen Roadster umsteigen. Joachim Schultz zieht aus seinem Archiv mit einem Griff die Bereitstellungsanzeige für das Fahrzeug. Der 326 PS starke Achtzylinder war serienmäßig mit einem Automatikgetriebe gekoppelt. Die Klimaanlage musste seinerzeit aber noch als Sonderausstattung bestellt werden, ebenso die schwarze Lederausstattung, die Leichtmetallräder, das Becker Grand Prix Stereo-Cassetten-Radio mit Automatikantenne, eine Sitzheizung oder die Zentralverriegelung mit Infrarot-Fernbedienung. Das elegante Dunkelbraun des Verdeckstoffs harmoniert perfekt mit dem Silbermetallic der Karosserie. Sensationell war Anfang der 1990er-Jahre die hydraulische Verdeckbetätigung. „Fast zirkusreif“, schmunzelt Joachim Schultz. „Wenn man an der Ampel stand und sich das Verdeck wie von Zauberhand öffnete, blieben die Passanten staunend stehen.“

Joachim Schultz mit Wilhelm Fehling

Joachim Schultz hat die Original-Bereitstellungsanzeige von Friedrich Wilhelm Fehling 25 Jahre lang sorgsam aufbewahrt.

Sportlicher Reisewagen

„SL zu fahren war alles andere als selbstverständlich“, erinnert sich Friedrich Wilhelm Fehling. Man fiel auf, vor allem mit dem einprägsamen Kennzeichen H - SL 13, das Schultz bei der Zulassung besorgt hatte. Mit der Aufmerksamkeit ging der Unternehmer selbstbewusst um, schließlich verstand er sein Fahrzeug auch als Arbeitsgerät. Das Mitglied eines Einkaufsverbandes für Modehäuser musste regelmäßig Hersteller in ganz Europa besuchen, um Kollektionen auszuwählen und zu ordern. Auf diesen Langstrecken bewährte  sich der sportliche Reisewagen. Der Fahrer schwärmt von der mühelosen Kraftentfaltung der Fünf-Liter-Maschine, die den Wagen auf  250 km/h Höchstgeschwindigkeit beschleunigt. Die sprichwörtliche Mercedes Qualität zeigt sich auch in der Zuverlässigkeit. Seine bisherige Fahrleistung entspricht einer Reise zum Mond und zurück. Das schaffte der 500 SL ohne Probleme allein mit der regelmäßigen Wartung. Auch Unfälle gab es nicht. „Nur ein paarmal  war ich zu schnell“, gesteht der Fahrer.

Der 77-jährige Fehling hält wenig vom Ruhestand. Er freut sich, dass er nach wie vor eine Aufgabe in dem mittlerweile von Sohn Jörg geführten Modeunternehmen der Familie hat. Der SL wird ebenso regelmäßig bewegt – noch immer gerne offen. Bei den Fahrten zum Golfplatz, wo Fehling mit Freunden dreimal die Woche Neun-Loch-Runden für die Fitness spielt, oder bei Touren nach Oldenburg in die Heimat seiner Ehefrau. Entspanntes Fahren für den Reisefan. „Ich hatte viel Glück in meinem  Leben“, zieht Friedrich Wilhelm Fehling zufrieden Bilanz. Und sein Mercedes 500 SL ist ein fester Teil des Glücks.

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